München ist eine sehr lebenswerte Stadt.
München ist eine sehr lebenswerte Stadt, wenn man über Wohnraum, entsprechende finanzielle Mittel, einen sicheren Arbeitsplatz und Freizeit verfügt.
Für viele unserer MitbürgerInnen ist dies ein ferner Traum. Besonders jedoch für Auszubildende aus Drittstaaten.
Es ist mittlerweile kein Stadtgeflüster mehr, dass diese Partizipationsgrundlagen gerade diesem Milieu vorenthalten werden. Prekäre Ausbildungsverhältnisse sind in München längst kein Randphänomen mehr, sondern ein spürbar wachsendes Problem.
In einem SZ-Artikel vom 30.11.2025 wird dieses Problem eindrücklich beschrieben (Paywall-Link: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-auslaendische-azubis-prekaere-lebensverhaeltnisse-li.3326343?reduced=true ):
Berichtet wird von wochenlanger Arbeit ohne freie Tage, von Monaten ohne Urlaub, von 60- bis 70-Stunden-Wochen. Von Tätigkeiten, die mit einer geordneten Ausbildung nichts zu tun haben. Von ArbeitgeberInnen, die zugleich VermieterInnen sind. Gegenüber den Jugendlichen ist dies ein gravierendes Druckmittel: Verlieren sie ihren Arbeitsplatz, droht der gleichzeitige Verlust des Wohnraums und oftmals des Aufenthaltstitels. Eine Berufsschulleiterin spricht im Artikel von de facto legalisiertem Menschenhandel.
All das geschieht vor dem Hintergrund einer dauergrinsenden Anwerbungsmarketingkampagne der Bundesregierung unter dem Slogan „Make it in Germany“.
Das ist erbärmlich.
Gemeinsam mit Stellen der Jugendarbeit in München versuchen meine wunderbare Kollegin Claudia Greinwald und ich, uns diesem Problem und den menschlichen Tragödien dahinter rechtlich zu nähern. Im besten Fall erreichen wir dadurch strukturelle Verbesserungen.
Für dieses Projekt suchen wir noch MitstreiterInnen.
Du bist Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt, arbeitest „irgendwas mit Medien“, engagierst dich sozialpolitisch oder kannst übersetzen? Dann melde dich gerne bei Claudia oder mir.
Es gibt genügend Aufgaben für gegenwärtig zu wenig Köpfe und Hände.
Die Stadtbevölkerung ist kein abstraktes Objekt. Ihr konstituiert die Stadtbevölkerung; könnt sie formen, gestalten und eure Werte einbringen und das nicht nur durch euer Kreuz in der Wahlkabine am 08.03.2026.